Switch On Africa

Die Kampagne „Switch on Africa“ im Überblick

Strom für Afrika

„Switch On Africa“ ist eine kontinentweite Kampagne für saubere Energie von WePlanet. Unter Leitung von WePlanet Kenia und WePlanet Uganda verbindet die Kampagne Gerechtigkeit und Wohlstand mit dem Kampf gegen den Klimawandel.

Wir wollen
● den Stromverbrauch Afrikas bis 2030 verzehnfachen
● die Mittel für saubere Energie massiv aufstocken
● die Finanzierung fossiler Brennstoffe stoppen
● den Einsatz von Holzkohle und Holz als Brennstoff zum Kochen reduzieren und auf diese Weise sowohl Wälder als auch Gesundheit schützen
● Kernkraft in Afrikas Energiemix einbeziehen, um Stromausfälle zu reduzieren.

Um Afrika südlich der Sahara bis 2030 flächendeckend mit Strom zu versorgen, sind nach Angaben der Internationalen Energieagentur (IEA) Investitionen von mehr als 200 Milliarden Dollar nötig. [1]

Noch immer herrscht in Afrika erschütternde Energiearmut: So beträgt der gesamte Stromverbrauch im Vergleich zum globalen Norden nur ein Zwanzigstel. In Kenia (installierte Kapazität drei Gigawatt) und Nigeria (zwölf Gigawatt für 213 Millionen Menschen) leiden die Menschen unter häufigen Stromausfällen und exorbitanten Stromkosten. Weil der Strom aus dem Netz unerschwinglich ist, kochen die Einwohner in Städten wie Nairobi und Kampala  mit Holzkohle auf ihren Balkonen. [2]

In ländlichen Gebieten ohne Anschluss an das Stromnetz sind die Bedingungen sogar noch härter. Die meisten Haushalte haben kein elektrisches Licht und sind auf unzureichende Solarleuchten anstelle von LED-Lampen angewiesen. Kochen mit Holzkohle oder Brennholz birgt große Gesundheitsrisiken: Frauen und Kinder leiden unter der Luftverschmutzung in Innenräumen, Kinder sind darüber hinaus anfällig für Unfälle mit offenem Feuer. [3]

Holz und Holzkohle als unverzichtbarer Brennstoff für den täglichen Bedarf lassen die Köhler immer tiefer in die Wälder vordringen und tragen so zur Entwaldung bei. Um dieser Zerstörung Einhalt zu gebieten, muss Afrika auf erschwingliche, saubere Energie aus verschiedenen Quellen wie Wind, Sonne, Wasser, Erdwärme und Kernkraft umsteigen – ohne Kohle, Öl und Gas.

Kampagnenziele:

Wir wollen ein flächendeckendes Stromnetz aufbauen und dafür die Strombereitstellung in Afrika südlich der Sahara verfünf- bis verzehnfachen. Mit entsprechenden Investitionsanreizen wollen wir die Erneuerbaren Energien massiv ausbauen, insbesondere Solarenergie mit Batteriespeichern.

Für die Zeit nach 2030 ist auch Kernkraft eine saubere Option, die überall dort zum Einsatz kommen kann, wo die Erneuerbaren nicht ausreichen, und die Flüsse nicht geschädigt werden.

Entwaldung und Verbrennen von Holzkohle müssen beendet, Regenwälder geschützt und die ökologische Wiederherstellung degradierter Gebiete gewährleistet werden. Darüber hinaus sollen zur Begrünung afrikanischer Städte systematisch in urbanen Räumen Bäume gepflanzt werden.

Wir treten für eine Klima-Wohlstands-Agenda ein, in der Klimapolitik, Wachstum, der Kampf gegen Armut und die Verbesserung der Lebensbedingungen in Afrika Hand in Hand gehen.

 

Schwerpunkte:

Vordringlich ist, die multilateralen Entwicklungsbanken und die Regierungen des globalen Nordens zu mobilisieren, deutlich mehr finanzielle Mittel zum Aufbau netzgebundener sauberer Energien bereitzustellen und so die Ziele für nachhaltige Entwicklung sogar zu übertreffen.

Wir wollen Einfluss auf die Regierungen und andere für Exporte zuständige Institutionen des globalen Nordens nehmen, ihre Finanzierung fossiler Projekte zu beenden und ihre Unterstützung stattdessen auf saubere Alternativen zu lenken.

Zugleich wollen wir afrikanische Regierungen motivieren, substanziell in eine verbesserte Energieversorgung zu investieren und Gesetze zu erlassen, die sicherstellen, dass die Energiepreise auch für Privatkunden erschwinglich sind. Das Verbrennen von Holzkohle sollte strikt reguliert werden, den Betroffenen müssen aber alternative Möglichkeiten zum Lebensunterhalt geboten werden.

Aktivitäten:

Wir organisieren „Switch On Africa“-Märsche, Straßenkampagnen und Fackelzüge in dunklen Gegenden, um auf den Mangel an Strom hinzuweisen, insbesondere in wichtigen Einrichtungen wie Kliniken.

In einer Social-Media-Kampagne wollen wir darüber aufklären, wie wichtig die Abkehr von Brennholz und Holzkohle ist und welche Bedeutung die Förderung sauberer, moderner Energien hat. Unser Fokus liegt dabei auf einfachen Leuten, insbesondere Hausfrauen, die zu Hause kochen.

Vor Parlamenten und anderen politischen Ebenen organisieren wir Proteste, auf denen wir einen umfassenden Schutz der Wälder, das Verbot von Holzverbrennung und alternative Einkommensmöglichkeiten für die Beschäftigten in der Holzkohleproduktion fordern.

Mit starker Präsenz bei den Weltklimakonferenzen (COPs) und anderen Klimatreffen vermitteln wir eine klare Botschaft für Energiewohlstand: Afrika braucht mehr als eine Glühbirne pro Haus.

Gemeinsam mit Schulkindern, Studenten und der breiten Öffentlichkeit leiten wir Initiativen zum Pflanzen von Bäumen in Städten und Baumpatenschaften für Haushalte, Schulen und Gemeinden.

 

Besucht WePlanet Afrika auf https://replanetafrica.ngo/

Quellen
[1] https://blogs.worldbank.org/energy/putting-africa-path-universal-electricity-access
(ebenso: https://www.nature.com/articles/s41467-023-40612-3 Die Englische Vorlage spricht sogar von 300 Milliarden, wir haben uns hier für die konservativere Schätzung entschieden.)
[2]
https://climatepromise.undp.org/news-and-stories/achieving-clean-cooking-all-africa-needs-people-centre
[3] https://ehp.niehs.nih.gov/doi/full/10.1289/ehp.1307049

Nein!